Thursday, July 27, 2006

Berufung, Training, Aussendung

In der Zwischenzeit

Was tun, wenn Du berufen bist für einen bestimmten Dienst, aber noch nicht dort angekommen bist? Geht es Dir wie David, der zum König gesalbt wurde (1Sa_16:1-13), und am nächsten Tag wieder bei den Schafen aufwachte und mehrere Jahre wartete – ohne zu wissen, wie und wann seine Berufung war werden würde? Mitten drin starb sogar die Person, die als einzige Autoritätsperson von seiner Berufung wusste – Samuel.

Was also tat David?

Er entwickelte eine Freundschaft mit Gott. Diese bringt er z.B. im Psalm 23 zum Ausdruck: Er hat totales Vertrauen in Gott, selbst wenn es ihm nicht gut geht (im Tal der Finsternis) oder im Angesicht seiner Feinde, genauso wie in guten Zeiten (grüne Auen).

Er entwickelte seine Fähigkeiten, welche im später (1Sa_16:17, 1Sa_17:34-37) von grossem Nutzen waren: Harfe spielen, Bären und Löwen töten, Handhabung der Steinschleuder.

Er fand eine Person, um zu dienen. David diente Saul als beruhigender Harfinist und als Waffenträger, was ihn wesentlich näher an seine Berufung brachte, war aber bereit, dies wieder loszulassen, um wieder für seinen Vater die Schafe zu hüten. (1Sa_16:14-23, 1Sa_16:21, 1Sa_17:14-18)

Er kümmerte sich um seine Familie. Als seine Familie und die seiner Leute gekidnappt wurden, ging er ihnen nach und befreite sie. (1. Sam 30:1-18)

Er kümmerte sich um seine geistliche Familie. Aus seiner Beute versorgte er die Menschen in Juda, seiner Heimat. (1Sa_30:26-31)

David lernte Vertrauen und Hingabe – an Gott, Leiterschaft, Familie und Gemeinde. Dies war sein Fundament für die Berufung und seine Leiterschaft.

Labels: , ,

Wednesday, July 26, 2006

Phasen der Zeitgeschichte

Wie erreichen wir unsere Zeitgenossen? Paulus war den Juden ein Jude, und den Griechen ein Grieche, ohne das Evangelium zu verwässern. Ein gutes Beispiel dafür sehen wir in Apg 17, wo Paulus zuerst mit den Juden in Tessaloniki und danach mit den Athenern sprach – entsprechend ihrer Kulturen.

Ein Überblick über die Phasen der Zeitgeschichte soll uns helfen, eine erste Idee für postmoderne Ansätze von Gottesdienst und Evangelisation zu erhalten.

Anfang: 4000 - 2500/1500 v. Chr.

Gott spricht durch Individuen - Adam, Henoch, Noah

Erkenntnisgrundlage: Weltbild auf die engere Umgebung fixiert. Erste Zivilisationen, regionale Gottheiten
Macht: Könige und regionale Gottheiten
Kommunikation: mündlich
Autorität: persönliche Offenbarung und Erfahrung
Wahlspruch: ihr werdet sein wie Gott (Gen_3:4)
Übergangszeit: Abraham, Isaak, Jakob, Joseph, Mose, Josua

Antike: 2000 v. Chr. - 300/500 n. Chr.

Gott spricht durch sein Volk

Erkenntnisgrundlage: Weltbild auf die engere Umgebung fixiert. Erste Zivilisationen, regionale Gottheiten
Macht: Könige und regionale Gottheiten
Kommunikation: Tonscherben, Papyrus, Tontafeln
Autorität: Offenbarung durch Orakel, Dichter, Könige, Propheten
Wahlspruch: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? (Psa_8:5)
Überganszeit: Christus, Gemeinde bis Konstantin, Staatsreligion

Mittelalter: 1 - 1450/1600 n. Chr.

Gott spricht durch seine Kirche - Priester, Stellvertreter

Erkenntnisgrundlage: Jüdisch-Christliches Weltbild, mit starker gr. Verzerrung
Macht: Kirche
Kommunikation: Handschriften
Autorität: Bibel im Sinne der Kirche
Wahlspruch: Ich glaube an eine Ordnung, die ich verstehen kann (Anselm, 1033-1099)
Übergangszeit: Luther, Zwingli, Anababtisten, Gutenberg, Aufklärung

Moderne: 1517 - 1960/2000 n. Chr.

Gott spricht durch seine Kirche - Pastoren, Bibel

Erkenntnisgrundlage: Aufklärung, Vertrauen in Vernunft, die Wahrheit zu entdecken
Macht: menschliche Vernunft, Wissenschaft, Logik
Kommunikation: Buchdruck
Autorität: Vernunft, Wissenschaft, vernünftig interpretierte Bibel
Wahlspruch: Ich denke, also bin ich (Descartes, 1596-1650)
Übergangszeit: Priesterschaft der Heiligen, Wiederherstellung der Ämter, Internet

Postmoderne: 2000+ n. Chr.

Gott spricht durch seine Kirche - alle Heiligen

Erkenntnisgrundlage: Selbstbestimmung, parallele Akzeptanz von widersprüchlichen Ideen
Macht: persönliche Erfahrung
Kommunikation: Internet, Email
Autorität: Jede Autorität wird in Zweifel gezogen. Bibel nur eine religiöse Schrift unter vielen.
Wahlspruch: If it makes you happy, it can't be that bad (Sheryl Crow)

Wie erreichen wir diese Generation?

Moderne: Menschen waren von der Kirche enttäuscht, darum zeigten wir ihnen eine Kirche, wie sie sie nicht erwarteten. Entfernen der Schwellenangst, besucherfreundliche Gottesdienste.

Postmoderne: Menschen suchen etwas anderes als das, was sie kennen.
· Gott erleben
· Stabilität in Weltbild und Beziehungen
· Dazugehören: Vertrauen und Hingabe (Glauben)

Labels:

Tuesday, July 25, 2006

Israel und Libanon

Mit Spannung erwarte ich die Verlautbarung des Bundesrates zur Situation in
Israel. Folgt der Gesamtbundesrat der Meinung unserer Aussenministerin,
schlägt sich die Schweiz auf die Seite Libanons.

Meiner Ansicht nach könnte nichts falscher sein als das. Zugegeben, Israel
verhält sich im Moment nicht wie Gottes auserwähltes Volk. Nichtsdestotrotz
sind sie genau dies, und die Bibel spricht jedem Segen zu, der Israel
segnet.

Heisst dies, alle Handlungen des Staates Israel blind gutzuheissen?
Sicherlich nicht. Auf der andern Seite wird Israel seit mehreren Jahrzehnten
vom Libanon aus durch die Hisbollah beschossen und vor allem in den letzten
Jahren durch den Rückzug und Stillhalten dem Staat Libanon die Chance
gegeben, diesen Umstand zu beheben.

Von Seiten Libanons wurden keine Massnahmen unternommen, und selbst dem
Geduldigsten platzt irgendwann der Kragen. Zusätzlich wurde der Rückzug aus
dem Südlibanon von der arabischen Welt als Zeichen der Schwäche und Sieg des
Terrors gewertet, genauso wie die Rückgabe des Gazastreifens. Israel kennt
die arabische Mentalität, sind die Völker doch Brüder. Die momentane
Reaktion zielt auch darauf ab, klar zu machen, dass Israel ein durchaus
ernst zu nehmender Gegner ist.

Es ist interessant zu sehen, was im Moment mit den USA geschieht. In den
letzten Monaten wurden in der USA so viele Jobs geschaffen, wie nie zuvor.
Die Einwanderung Illegaler wird lockerer gehandhabt, um genügend Blue Collar
Workers zu haben. Geschieht dies, weil die USA eine christliche und
moralische Nation ist? Wohl eher, weil ihre Regierung sich auf die Seite
Israels stellt und das Volk segnet.

Labels: ,

Monday, July 24, 2006

Vision von Ernie Hammond für die Gemeinde


Ernie Hammond, ein Staatsmann im Reich Gottes, hatte eine Vision für die Gemeinde Lebendiges Wasser in Winterthur, kurz bevor er uns letzten Monat besuchen kam.

Dabei sah er verschiedene Personen, darunter Peter Wehrli und sich selbst, in einem Schweizer Chalet über eine Karte Europas gebeugt. Mit Hilfe eines Zirkels wurde die Karte vermessen. Ein strategisches Meeting, dass die Vision bestätigte, über ganz Europa verteilt ein apostolisches Netzwerk aufzubauen.

Dabei sah er Winterthur als die Nabe eines Rades, von wo Speichen nach ganz Europa ausgingen.

Labels: ,

Apostel heute

Ich bin überzeugt, dass der Herr heute alles wieder herstellt, was wir in den letzten Jahrhunderten vernachlässigt und vergessen haben. Unter anderem gehört dazu der 5-fache Dienst: Apostel, Prophet, Evangelist, Pastor und Lehrer.

Und Er hat gegeben etliche zu Aposteln, etliche zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, um die Heiligen zuzurüsten für das Werk des Dienstes, zur Erbauung des Leibes Christi, bis daß wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen und zum vollkommenen Manne werden, zum Maße der vollen Größe Christi; damit wir nicht mehr Unmündige seien, umhergeworfen und herumgetrieben von jedem Wind der Lehre, durch die Spielerei der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern daß wir, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken in ihm, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maße der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes vollbringt, zur Auferbauung seiner selbst in Liebe. (Eph 4:11-16)

Sind diese Ämter heute wieder oder immer noch aktiv? Ja, denn sie bleiben zur Erbauung des Leibes Christi, bis daß wir alle zur Einheit des Glaubens … gelangen. Und da können wir guten Gewissens sagen sind wir noch nicht.

Die meisten Gemeinden heutzutage attestieren mindestens 3 Diensten eine Existenz: Evangelist, Pastor und Lehrer. Einige haben bereits das Amt des Propheten anerkannt und es mit Hilfe Gottes wieder hergestellt in der Gemeinde. Aber Apostel?

Der 5-fache Dienst kann seine Aufgabe, die Heiligen zuzurüsten, nur in seiner Ganzheit wahrnehmen. Ohne Apostel fehlt das Element, welches das Fundament legt, Ausrichtung gibt, Vision erhält.

Labels: ,

Definition von Glauben

Glaube (engl. faith) ist seit dem Faith Movement eine im Leib Christi umstrittene Sache. Hier ein Versuch einer Definition: Glaube ist Vertrauen und Hingabe. Mit dieser Definition macht die Schriftstelle von Jakobus plötzlich Sinn:

So ist es auch mit  Vertrauen und Hingabe: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. Da wird aber jemand sagen: Du hast Vertrauen und Hingabe, ich habe Werke. Zeige mir Vertrauen und Hingabe ohne die Werke; ich aber will dir aus meinen Werken Vertrauen und Hingabe zeigen! (Jam 2:17-18)

Es lohnt sich, immer wieder einmal alteingesessene, vertraute Worte auf ihre ursprüngliche Bedeutung zu untersuchen und Bibelstellen in diesem Licht neu zu bewerten. Es ergeben sich neue Aspekte beim Lesen der Geschichte des Zenturion mit dem kranken Knecht, der Frau mit dem Blutfluss.

Gefährlich nahe kommt einem die Übersetzung, wenn wir diesen Bibelvers nehmen:

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommen soll, muß glauben, daß er ist und die, welche ihn suchen, belohnen wird. (Heb 11:6)

Ohne Vertrauen – auf seine Versorgung, Heilung, Schutz, Vergebung, Liebe – und Hingabe – an das Königreich, an seine Gemeinde, an die Bedürftigen, durch Opfer und Dienst – können wir Gott nicht gefallen.

Dienst – ein anderes Wort, das häufig missverstanden wird. Dienst bedeutet, sein Leben hinzugeben.

Glauben ist also zutiefst beziehungsorientiert. Mach Dir nichts vor: Glauben leben kann man nicht allein. Darum suche Dir ein Umfeld, das Deinen Glauben stärkt, in das Du Vertrauen hast, und wo Du Dich ganz hingeben kannst.

Labels: ,

Sunday, July 23, 2006

Wer hat den Zehnten "erfunden"?

1 Mose 14: 18 Ebenso kam Melchisedek, der König von Salem, dorthin und brachte Brot und Wein mit. Er war Priester des höchsten Gottes. 19 Melchisedek sagte zu Abram: "Der höchste Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, schenke dir seinen Segen, Abram! 20 Gepriesen sei der höchste Gott, denn er gab dir Macht über deine Feinde." Da gab Abram Melchisedek den zehnten Teil von allen Gütern, die er den Königen abgenommen hatte.

Auf den Segen durch den Priester reagiert Abram durch Geben des Zehnten.

Römer 4: 11 Denn Abrahams Beschneidung war ja gerade das äußere Zeichen dafür, daß er durch seinen Glauben Anerkennung bei Gott gefunden hatte. Und das, noch ehe er beschnitten war! Auf diese Weise ist Abraham zum Stammvater für alle Unbeschnittenen geworden, die allein wegen ihres Glaubens von Gott angenommen sind. 12 Doch Abraham ist ebenso der Vater der Beschnittenen. Allerdings genügt die Beschneidung nicht, um zu seinen Nachkommen gezählt zu werden. Entscheidend ist vielmehr, dass wir denselben Glauben haben, wie ihn unser Vater Abraham schon vor seiner Beschneidung hatte.

Das Argument, dass der Zehnte aus dem Gesetz stammt, ist hiermit entkräftet. Abram hat bereits vor der Beschneidung (1. Mose 17) den Zehnten gegeben.

Römer 4: 8 Glückselig ist der Mann, dem Gott seine Sünden nicht länger vorhält." 9 Für uns ergibt sich hier die Frage: Gelten Davids Worte nur für die Juden oder auch für alle anderen? Wie gesagt, es heißt in der Heiligen Schrift: "Abraham setzte sein ganzes Vertrauen auf Gott, und so fand er Gottes Anerkennung." 10 Aber nun müssen wir genauer fragen: Wann fand Abraham die Anerkennung Gottes? War es vor oder nach seiner Beschneidung? Wir wissen aus den Berichten der Heiligen Schrift, daß es vorher war.

Zurück zur vorherigen Schriftstelle:

Römer 4: 12b Entscheidend ist vielmehr, dass wir denselben Glauben haben, wie ihn unser Vater Abraham schon vor seiner Beschneidung hatte.

Entscheidend ist also, dass wir denselben Glauben haben wie Abram, d.h. auch seinen Glaubensschritten folgen.

Römer 4: 16 Deshalb gilt Gottes Zusage nur dem, der glaubt. Denn was Gott versprochen hatte, sollte ja ein Geschenk sein. Nur so bleibt die Verheißung überhaupt gültig, und zwar für alle Nachkommen Abrahams. Das sind nicht nur die Juden, die nach dem Gesetz leben, sondern auch alle anderen Menschen, die Gott so vertrauen wie Abraham. Deshalb ist Abraham der Vater aller Gläubigen

Jetzt könnten wir argumentieren, dass dies nur für Abraham galt, aber nicht für die folgenden Generationen, seine Söhne. Dagegen spricht:

1 Mose 28: 20 Dann legte Jakob ein Gelübde ab: "Wenn der Herr mir beisteht und mich auf dieser Reise beschützt, wenn er mir genug Nahrung und Kleidung gibt 21 und mich wieder heil zu meiner Familie zurückbringt, dann soll er mein Gott sein! 22 An der Stelle, wo ich den Stein aufgestellt habe, soll der Herr verehrt und angebetet werden. Von allem, was er mir schenkt, will ich ihm den zehnten Teil zurückgeben!"

Daraus folgt folgendes:

1 Mose 32: 10 Dann betete er: "Du Gott meines Großvaters Abraham und meines Vaters Isaak, du hast zu mir gesagt: 'Kehr zurück in deine Heimat zu deinen Verwandten, ich werde dafür sorgen, daß es dir gutgeht! (Wohlstand) 11 Ich habe es nicht verdient, daß du so viel für mich getan und immer wieder deine Versprechen eingehalten hast! Als ich damals den Jordan hier überquerte, besaß ich nur einen Wanderstock - und nun komme ich mit zwei großen Herden an!

Zurück zu Melchisedek, dem Empfänger des Zehnten. Jesus ist der Hohepriester nach Ordnung des Melchisedek (Mein gerechter König):

Hebräer 6: 20 Dorthin ist uns Jesus vorausgegangen. Er ist unser Hoherpriester für alle Zeiten - wie es Melchisedek war.

Labels:

Introduction

Nach längerem Zögern habe ich mich entschlossen, einen Blog zu verschiedenen christlichen Themen zu verfassen. Ich werde hier kontroverse Themen wie Zehnter, Opfer, Gemeinde besprechen.

Als Christ habe ich die Vision, andere in die Fülle ihrer Berufung zu führen. Bin ich schon da? Nein, aber auf dem Weg dazu in einem Leben durch Glauben - d.h. Vertrauen und Hingabe.

Bis bald!